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Zweyhundert sechs und zwanzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Mein theurer Herr, mich treibet all' mein Sinnen, Zu sehen euch, den immerdar ich sehe; Doch mein Geschick (und gäb' es größer Wehe?) Dreht mich und kreist und läßt mich nicht entrinnen.

Das Amor ein mir flößt, mein sehnend Minnen Führt mich zum Tod, eh' ich mir versehe; Und weil ich rings nach zweyen Lichtern spähe, Seufzt, wo ich sey, mir Tag und Nacht es innen.

Liebend zur Herrinn und zum Herrn gezogen, Lieg' ich in Ketten drin mit vielen Schmerzen, Ob wohl ich selber sie mir umgewunden. Adlige Säul' und Lorbeers grünen Bogen,

Den achtzehn, jene fünfzehn Jahr' im Herzen Trug ich; und hab' Erlösung nie gefunden.

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