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Zweyhundert neun und neunzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Vielleicht war vormahls süß der Liebe Leben, – Wann, weiß ich nicht –; in Herb' ist's nun verkehret. Nur wer es lernt, das Wahre recht erfähret, Wie sich mit mir zu meinem Leid begeben.

Sie, unsrer Zeit vordem zum Schmuck gegeben, Dem Himmel nun, den ganz sie ziert und kläret, Hat sonst mir kurz' und seltne Ruh bescheret, Läßt nun in Unruh fort und fort mich weben.

Grausam hat Tod mir all' mein Glück entrungen, Und keinen Trost kann meinem Trübsal bringen Das Heil, zu dem ihr freyer Geist gedrungen. Ich weint' und sang, und kann nichts Neues singen;

Doch Tag und Nacht lass' ich von Aug' und Zungen Der Seele Schmerz hinströmen und erklingen.

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