Skip to content
1339

Zweyhundert fünf und fünfzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Zwey große Feindinnen waren verbunden, Tugend und Reiz, so friedlich sie zu loben, Daß nie in frommer Seele sich erhoben Ein Aufruhr, seit sie da beysammen stunden.

Nun sind durch Tod zerstreut sie und entbunden; Der einen rühmet sich der Himmel droben, Den hat die Erd' und deckt der Augen Globen, Von wo gekommen so viel Liebeswunden.

Holde Geberd' und, hohem Ort' entstiegen, Demüthig-kluge Red' und süße Blicke, Die mir das Herz verletzt und noch bedräuen, Sie sind dahin, und bleib' ich noch zurücke,

Werd' ich vielleicht mit schwachen Federzügen Den schönen, adeligen Nahmen weihen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Zweyhundert fünf und fünfzigstes Sonett. · Francesco Petrarca · Poetry Cove