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Zweyhundert drey und zwanzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

„Werthvoll ist's Leben, und nach ihm zu preisen In schönen Frau'n ein ehrbarliches Streben.“ – Kehrt's um, o Mutter; nie ja hat's gegeben Schönheit und Werth ohn' ehrbarlich Befleißen;

Und die sich ihre Ehre läßt entreißen, Ist weder Frau, noch auch lebendig eben; Und scheint sie's auch, ist's schuldvoll rauhes Leben Schlimmer als Tod und herbste Pein zu heißen.

Nicht hat Lucretia Wunder mich genommen, Als daß zum Tod das Schwert sie mußt' ergreifen, Da schon der Schmerz allein ihr sollte gnügen. Die Weisen aller Zeiten mögen kommen

Und sprechen drob; sie all' am Boden streifen; Nur Jene sehen himmelwärts wir fliegen.

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