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Zehntes Sonett.

Francesco Petrarca

Kann sich mein Leben noch so lang' erhalten Im Kampf mit wilden Schmerzen und mit Qualen, Daß kraft der letzten Jahr' ich noch die Strahlen In euren Augen, Herrinn, seh' erkalten,

Und euer Goldhaar silbern sich gestalten, Nicht grün Gewand und Kränz euch mehr umstrahlen, Und jene Wangen, die mein Leid zu mahlen, Den Muth mir nahmen, bleichen und veralten;

Dann gibt wohl Amor so viel Kraft dem Herzen, Zu sagen, wie viel Jahr' und Tag' und Stunden Mir einst dahingegangen unter Schmerzen. Und ist die Zeit entgegen schönem Sehnen,

Gewiß doch mindest wird für seine Wunden Ein kleiner Balsam ihm in späten Thränen.

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