Skip to content
1339

Vier und siebenzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Ich bin des Harrens nun so müd', umrungen Von all des Wehs endlos feindsel'ger Nähe, Daß Hoffnungen und Wünsch' ich all' verschmähe Und jede Fessel, die mein Herz umschlungen.

Doch hat das schöne Antlitz mich bezwungen, Das ich gemahlt im Herzen trag' und sehe, Wohin ich schau; drum zu dem alten Wehe Fühl' ich mich wider Willen hingedrungen.

Da irrt' ich, als der Freyheit alt Geleise Mir abgeschnitten war und rings entschwunden; Denn Heil nicht bringt, was sich das Aug' erwählet. Da rann in's Unglück frey und ungebunden

Die Seele, die nach fremder Macht Geheiße Nun ziehen muß, weil einmahl sie gefehlet.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Vier und siebenzigstes Sonett. · Francesco Petrarca · Poetry Cove