Skip to content
1339

Sechs und dreyßigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Mein Feind, wo eure Augen ihr erblicket, Denen Amor und Himmel gibt die Ehre, Hat euch durch überirdisch freundlich-hehre, Nicht aber seine Reiz', in Lieb' entzücket.

Auf seinen Rath habt, Donna, ihr entrücket Mich meiner süßen Wohnung! Thränenschwere Verbannung! Obwohl nimmer werth ich wäre, Zu wohnen da, wo sich's für euch nur schicket.

Doch weil ich da verniethet und versenket, Sollt' euch der Spiegel nicht zu meinem Leide So rauh und stolz erziehn in eitlem Ruhme; Zumahl wenn an Narcissus ihr gedenket.

Zu einem Ziele gehn die Wege beyde; Obwohl das Gras unwürdig solcher Blume.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Sechs und dreyßigstes Sonett. · Francesco Petrarca · Poetry Cove