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Einhundert zwey und zwanzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Ich sah auf Erden Engelsitte walten Und Himmelsschönheit, sonder Gleichen beyde, Daß die Erinn'rung Schmerz mir bringt und Freude; Denn, was ich seh', sind Schatten, Traumgestalten.

Ich sah zwey Lichter thränend sich entfalten, Die tausendmahl die Sonn' erfüllt mit Neide, Und hörte Wort', erpreßt von schwerem Leide, Die Berg' aufregen, Ströme könnten halten.

Lieb', Einsicht, Muth und Schmerz und frommes Neigen Zu süßem Einklang weinend sich umfingen, Süßer, als alle, so auf Erden steigen. Der Himmel horchte still dem holden Klingen,

Daß sich kein Blättchen regte in den Zweigen; So süße Laute durch die Lüfte gingen.

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