Skip to content
1339

Einhundert vier und fünfzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Der Zweig, o Sonne, den du liebtest ehe, Mir einzig lieb, grünt einsam, reich geschmücket, An schönem Ort, ohn' Gleichen, seit erblicket Adam einst sein und unser reizend Wehe.

„Bleib', ihn zu sehn!“ ruf' ich zu dir, und flehe, O Sonne; doch du fliehst, und Schatten drücket Die Höh'n; du nimmst den Tag mit dir; entrücket Trägst du hinweg, wonach zumeist ich spähe.

Der Schatten jener niedern Hügelfläche, Wo flimmend webt des milden Flämmleins Helle Und großer Lorbeer schoss't aus kleinen Sprossen, Wächset und nimmt den Augen, weil ich spreche,

Den süßen Hinblick auf die sel'ge Stelle, Wo mit der Herrinn sich mein Herz verschlossen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Einhundert vier und fünfzigstes Sonett. · Francesco Petrarca · Poetry Cove