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Einhundert fünf und dreyßigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Der Sehnsucht voll, durch die ich Feindschaft übe All' anderm Sehnen und einsam durchs Leben Mich treib', hab' oft ich selbst mich aufgegeben, Die suchend nur, der besser fern ich bliebe;

Und seh' vorbey sie gehn so süß und trübe, Daß bang die Seele strebt, flugs zu entschweben; So läßt der Seufzer Scharen sich erheben Die Schöne, die mir feind ist und der Liebe.

Wohl seh' ich einen Mitleidstrahl ergossen Zwischen erhabenen umwölkten Brauen. Der mir das wehe Herz erhellt aufs Neue. Dann fass' ich mich, und bin ich nun entschlossen,

Ihr offen meinen Jammer zu vertrauen, Ist deß so viel, daß ich den Anfang scheue.

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