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1854

Versprechen

Betty Paoli

Klingen trüb jetzt meine Lieder, O so habt mit mir Geduld! Kehren bess're Zeiten wieder, Will ich zahlen alte Schuld.

Wollt den Baum ihr niederhauen, Weil der Herbstwind ihn entlaubt, Und des Winters böses Grauen Ihm die Blüthenzier geraubt?

Nein! ihr laßt ihn hoffend stehen, Um ihn einst zur Lebenszeit Wieder neugeschmückt zu sehen, Schattig, blüthenüberschneit.

Und die ihn geduldet haben, Ehrt der Baum mit frommem Sinn, Legt dann dankbar seine Gaben Gern zu ihren Füßen hin.

Also steh auch ich entblättert, Von des Unglücks rauhem Nord, Von dem Blitzstrahl fast zerschmettert, Der mich traf in einem Wort.

Doch es werden Zeiten kommen, Wo das Herz mir wieder frei, Und zu heitrem Sang verschwommen Meiner Seele Jammerschrei.

Wo nach Winters Finsternissen Mir erblüht ein Frühlingstag, Wo ich werd' zu singen wissen, Wie ich jetzt nur weinen mag.

Und von froher Lieder Blüthe Werde dann die Stirn umrauscht Derer, die mit stiller Güte Meinem Schmerzensang gelauscht.

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