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1854

Liebesgroßmuth

Betty Paoli

Fragen möcht' ich dich mit süßem Bangen, Wie sich deine Lieb' zu mir verloren? Nach dem Höchsten durftest kühn du langen Und statt seiner hast du mich erkoren!

O ich ahne, was dich an mich bindet: In den Liebesketten, die dich halten, Sieht mein Auge und mein Herz empfindet Deiner Großmuth königliches Walten.

Weil von Sturmesgrimm und Wetterstrahle All mein Sein versengt, versehrt, verschüttet, Hast du auf das blüthenlose, fahle, Deiner Seele Frühlingshort geschüttet.

Weil du mich gebeugt, entweiht vom Leben In der dunkeln Menge aufgefunden, Hast du, mich zu dir emporzuheben, Lichte Kronen um mein Haupt gewunden.

Zu dem Wesen wolltest du dich wenden, Dem versagt blieb jede Glückesgabe, Daß es reich sei nur durch deine Spenden, Daß es dir allein zu danken habe.

Daß es, im Bewußtsein dieses Bundes Wie die Opferflamme liebentbrenne Daß es leb' vom Hauche deines Mundes, Daß es dein sei, wie ich dein mich nenne.

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