Skip to content
1854

Letzter Ausweg

Betty Paoli

Du hast in schrecklicher Verblendung Umstrickt uns mit so schwerem Bann, Daß keine milde Schicksalswendung, Daß nur der Tod ihn lösen kann!

Von einem finstern Geist getrieben, Hast du die Fäden so verwirrt, Daß dir mein Leben und mein Lieben Zum Unheil und zum Fluche wird!

Ob ich dir darum grolle, zürne? Nein, du Geliebter! ewig nein! Seh' ich denn nicht auf deiner Stirne Das dunkle Flammenmal der Pein?

Vom Schmerz bewältigt deiner Seele, Wie hätt' ich meines Leides Acht? Und wie gedächt ich noch der Fehle, Die solchen Jammer dir gebracht? –

Die Rettungsbrücke dir zu schlagen, O letzte, tiefste Seligkeit! Doch nicht durch Dulden und Entsagen, Versöhnt sich dieser herbe Streit!

Ich kann nur noch in meinem Blute Dem Dienste deines Glücks mich weih'n, Und, sühnend, mit gehob'nem Muthe, Der Priester und das Opfer sein!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Letzter Ausweg · Betty Paoli · Poetry Cove