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1597–1639

Sonnet Vff H. Michael Starcken Hochzeit.

Martin Opitz

Ob schon von Kindheit an wir fast zugleich erzogen So seind wir ietzund doch in gantz vngleichem Standt Du bist Herr Breutigam bey demem Vatterlandt Mich hat mein eygne Lust zuziehen weg bewogen

Die Liebe hat mich noch bißher nicht viel betrogen Vnd ist das glücke Gut so bleib ich vnverwandt Ein alter Junggesell schiff’ immer an dem randt Cupido wie ich hör’ ist bey dir eingezogen

Gibt dir dein eigen theil daß du mit Lust vnd Ruh (wo ruh bey Weibern ist ) die Zeit kanst bringen zu Vnd darffst nit vieler Gunst wie mancher dich befleissen Nun wohl ich gönn es dir gar gern thue nur das dein

Daß die so jetzt nit will vor Fraw gescholten sein Sich müsse bald hernach gar lassen Mutter heissen.

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