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1597–1639

Sonnet vber den Thurn zu Straßburg.

Martin Opitz

Printz aller hohen Thürn so jemals wirdt beschawen Der Sonnen klarer Glantz vnd auch beschawet hat: Wie recht weil Straßburg ist dergleichen schöne Statt Hat man dich nur in sie alleine müssen bawen

Du rechtes Wunderwerck bist zierlich zwar gehawen Doch noch bey weitem nicht zugleichen in der That Der feinen Policey dem weisen Recht vnd Rhat Der grossen Höfligkeit der Männer vnd der Frawen

Welch’ vber deine Spitz an Lobe zuerhöhen; Kein orth wirdt jrgendt je gefunden weit vnd breit Der jhnen gleichen mag an Güt’ vnd Freundligkeit. Wie wohl gibt die Natur hiemit vns zuverstehen

Daß ob gleich die Gebew mehr steinern sind als Stein Der Menschen Hertzen doch nicht sollen steinern sein.

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