Skip to content
1597–1639

Sonnet auß dem Latein Adeodati Sebæ.

Martin Opitz

Heint als der Monde war in seinen Craiß gezogen Vnd mich der süsse Schlaf vmbfangen durch die Nacht Ward mir mein Augentrost im Traume fürgebracht Als lege sie bey mir an meine Brust gebogen

Ihr Hertze war in mich mein Hertz’ in sie geflogen Fand aber gäntzlich nichts wie ich deß Morgens wacht Vnd hielt den Locken in den Armen drumb ich lacht Als ich recht jnnen ward daß ich so sehr betrogen.

Verräther loser Trawm warumb den fleuchstu bald Laß mich doch länger sehen die liebliche Gestalt Laß sich doch mehr bey mir diß schöne Vorbild säumen. Betrieger krieg ich nichts als Hohn vnd Spott von jhr

Vnd jhrer Schönheit roß’ ach bitt ich laß doch mir Drey tansent Jahr so süß ohn alles Wachen träumen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Sonnet auß dem Latein Adeodati Sebæ. · Martin Opitz · Poetry Cove