Wer solte dieses wol in sein Gemüthe bringen
Daß vnder weiß vnd schwartz verborgen solche Freudt?
Daß nur ein einig Brieff nemm’ alle Traurigkeit?
Kan auch der Augenlust so weit ins Hertze dringen?
Ich weiß die Sinne fast nicht höher mehr zuschwingen
Vnd habe wol mit fleiß gelesen jederzeit
Was von der Liebe nur gefunden weit vnd breit
Es hat mich aber nichts vermocht so sehr zuzwingen
Der Grich Anacreon der Sappho schön Gedicht
Vnd auch Ovidius sind jhm zugleichen nicht
Der künstlich Amadis ist nie so hoch gegangen.
Glückseelig ist die Hand die diesen Brieff gemacht
Glückseelig ich die Dint vnd auch die Feder acht
Vnd mehr glückseelig mich der ich jhn hab empfangen.