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1597–1639

Sonnet.

Martin Opitz

Dv Westwind der im Lentz den Lust der Felder heget Den Hastu gar keinen Staub gebracht mit dir anher Den mein geliebter Buhl an seinen Füssen treget?

Ach hastu wenn sein Hertz auß Liebe sich bewege Nicht seines Athems was gefangen ohngefehr Vnd jhn durch deine Lufft geraubt als du vnd er Der Venus den Geruch der Lieblichkeit erreget?

Viel mehr ist Spanien von mir als Rom geschetzt Ob es gleich vberal mit vielem Blut genetzt Weil mein Buhl drinnen ist so muß ich es erhöhen. Ach Westwind hole mir ein stäublin diser stund

Ein einig seufftzerlin auß seinem roten Mund Hier thue es in den Brieff darauff die Reimen stehen.

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