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1597–1639

Sonnet.

Martin Opitz

So offt ich ewren Glantz jhr hellen äuglein schawe Empfindt ich bey mir selbst so grosse Lust vnd Freudt Daß ich mich frewen muß auch in Trübseligkeit Vnd eusserster Fortun in dem ich auff euch bawe

Hergegen schätz ich mich für die betrübtste Frawe Wann jhr nicht wie zuvor geneigt vnd freundlich seyt Ich bin mir selber gramm mein Leben ist mir leydt Weil ich von euch gehaßt auff die ich einig trawe.

Ihr jrrdisches Gestirn jhr sterblichen Planeten Ihr meine Sonn vnd Mond die jhr mich könnet tödten; Ohn euch ist alle Lust nichts als ein blosses bildt Was wundert jhr euch dann daß ich zu euch muß eilen

Mein Zuversicht? Es fleucht ein jeder für den Pfeilen Deß Todes wider die jhr seyt mein starcker Schildt.

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