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1597–1639

Lied.

Martin Opitz

Last fahren ewr verlangen Die jhr außforschen wolt Ob ich von jhr gefangen Vnd sie mir seye holdt.

Je mehr mein Flamme brennet Je minder ist der schein Je minder sie bekennet Je grösser ist die Pein.

Sie gleicht dem Donnerstrahle Der innerhalb verzehrt Außwendig vberale Nicht das geringst versehrt.

Sie hat mich nur im Hertzen So inniglich entzündt Also daß auch kein schmertzen Der vbrig Leib empfindt.

Ja wen mein Hertz gedächte Daß irgendt die ser Lieb Geheimnuß man außbrechte Vns beiden zu betrub

Es würden sich verhelen Selbst die gedancken mein Auch meinem Mund befehlen Hinfort gar stumm zu sein.

Wie könt mir dan gedeyen Glückseliger zu sein? Was könt mir mehr verleihen Zu mindern meine Pein?

Als in der still zu mehren Die süsse Liebes brunst Vnd so mich zuverehren Der aller liebsten Gunst

Mich in geheim beschließen Bey dieser argen Zeit Vnd in mir selbst geniessen Meiner Glückseeligkeit

So Schatz so werd ich sehen Bey dem verstande dein Dich mich vilmehr verstehen Als bey den worten mein

So Schatz so red mein Hertze Durch eine newe sprach Erzehlendt seinen schmertze Durch ein stillschweigendt klag.

Es deut was es begeret Vnd zeiget was es sey Vnd will von euch gewehret Sein einer gleichen trew.

Nun sagt thut der nit flehen Thut der nit bitter sehr Der seine Lieb lest sehen Vnd sonst nichts saget mehr?

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