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1597–1639

Hochzeit Reimen An Herrn D. Conradum de Spina.

Martin Opitz

Das tägliche geschrey wie es gemeiniglich pflegt Hat euch auch offte vil der Weiber angetragen Bald Als ob Natur an sie allein all Kunst gelegt.

Bald Das Leben hett vnd nicht vil mehr das Weib von jhme Bald Als wen

Bald andere als die vielleicht von hohem Stamm Vnd durch die einer könt zu grossen Ehren kommen Als ob der Mann vom Weib jemahls sein Ehr genommen Vnd nicht das Weib vom Mann. Euch Klügling bin ich gramm

Die jhr wohl sagen dörfft auß eingebildtem wahn Die so jhr einem lobt die sey jhm strack beschert Als ob in Gottes Rhat jhr gar gestiegen wehrt Vermeint was euch gefellt gefall gleich jederman

Vnd wist doch nit was der dem jhr beyrathen wolt In seinem Hertzen findt. Eim diß vnd jenes rathen Ist kein schwer arbeit nicht; daß aber werd gerathen Da ist niemandt der sich darfür verbürgen solt.

Herr Habt bey euch selbst gesucht was euch doch möchte gleichen Darumb jhr ohne müh gefunden ewres gleichen Vnd habt an ewrer Braut ewr Braut an euch genug.

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