Nach dem die Welt gegründt vnd jhr Termin gesteckt Nach dem die schöne Lufft rundt vmb sich außgestreckt Vnd auch die wilde See die nah’ vnd weit zukommen Pflegt nach deß Monats lauff jhr örter eingenommen
Sah Jupiter hinab vnd spürete niemandt Der diß gewaltig Hauß brecht vnder seine Hand. Drumb von seins Vatters deß Saturnus Leib er hiebe Das theil so schändtlich ist doch nötig in der Liebe.
Vnd warff es in das Meer darauß ein Schaum herkam Davon das geyle Weib die Venus Vrsprung nam Das geyle Weib das Weib das aller Götter Sinnen Mit jhrem blinden Kind hat listig rauben können
Sie haben gantz vnd gar gebracht in kurtzer Zeit Das Menschliche Geschlecht in jhre Dienstbarkeit Sie theten vber diß ein ärger wesen führen Beweisen jhre Macht auch an den stummen Thieren
So das nun vberal durchauß nichts leben kan Es muß jhr vnd dem Kindt allzeit sein vnderthan Das Kindt das lose Kindt das mit dem Pfeil vnd Bogen So sehr viel hundert Jahr ist durch die Lufft geflogen
Vnd hat sein grosses Reich gewaltig starck vermehrt Ja auch die Mutter selbst ohn alle schew versehrt Das Joch mußt jhr doch auch noch angeworffen werden Von jhrem eignen Sohn der Herr ist dieser Erden
Vnd Printz der weiten Welt der helt die Lufft vor sein Die zierlich ist gewirckt mit lichten sternelein Die mit der strahlen glantz gehn auff der weissen strassen Vnd in der holen Kaut Lufft Erdt vnd See vmbfassen.
Nun laßt vns doch besehn wohin der schöne Sohn Der grosse kleine Gott gebauet seinen Thron Er hat jhm außerwehlt der Augen Thron zu eigen Die vns sein Königreich als klare Spiegel zeigen.
Der Augenapffel ist die Kugel dieser Welt Das Wasser aber das der Apffel in sich helt Das sind die milden Quell so auß den Bergen schiessen Vnd durch das grüne Thal mit sanfftem rauschen fliessen.
Der Circkel runde Krantz der vmb den Apffel geht Das ist die wilde See die nach der Erden steht Der Augen weisser Platz so sich vmbher ergeusset Das ist die klare Lufft die Erdt vnd See beschleusset.
Es ist ein wunder ding daß das vierdt Element Auch in den Augen nicht von andern ist getrennt Das Fewer so durchs Meer gantz hell vnd lieblich blicket Vnd mit dem schönen schein vns Muth vnd sinn entzücket.
Das Fewer so den Weg jhm durch die Augen nimbt Vnd vnvermerckter sach in vnser Hertzen kümpt Da ruht es ohne Ruh da hebt es an zu brennen Daß wir der Liebe krafft vnd vns in vns nit kennen.
Was Wunder ist es dann daß er mit seinem Band Die Welt bezwungen hat durch seine schwache Hand Der tausent Welten hat die Augen da er zeugen Vnd klärlich darthun kan wie er vns könne beugen?
Diß ists das euch bezwang diß ists Herr Bräutigam Diß ist die newe Welt so ewer Hertz einnam War euch auch wol zu muth gabt jhr euch auch verlohren Als die vier Element zugleiche sich verschworen
Zu liefern eine Schlacht die in der Augen Welt Sich alle lägerten vnd gaben sich zu feldt? Ihr habt euch warlich wol die Rechnung machen können Daß vier so starcke Feind euch würden angewinnen
Ihr thut auch was jhr wolt jhr brauchet alle Kunst Ich halte nur darfür die Arbeit sey vmbsunst Bey dreyen were Rath dem vierden zuentfliehen Dem Fewer weiß ich nicht ob man sich darff bemühen.
Was laufft jhr viel vnd sucht? die Hülff ist bey der Hand Wer hie genesen will der muß doch zudem Brandt So erstlich jhn entzündt: diß sein Achilles Wunden Die niemand heilt als der von dem man sie empfunden.
Was gibet man den an? das bitten ist das best Es ist ein Hertz von Stein so sich nicht biegen lest Nit lengst hab ich gehört von einer Feldgöttinnen Wie jhr Herr Breutigam habt pflegen zu beginnen
Ein sehnlich Klagelied das Wald Feld Berg vnd Thal Es haben widerholt mit kläglichem Nachschall Die Nyinfen haben es mit Wehmut auch vernom men Vnd mein
All mein Leiden Lieb vnd Schmertze Hatmein Hertze Gantz vmbringt mit Trawrigkeit Als ein forchtsam Hirsch muß eilen
Für den Pfeilen Flieg vnd renn ich jederzeit. Ich vollführe meine Klage Nacht vnd Tage
Denckend an der Liebe quell Stets die Threnen mich begiessen Die da fliessen Als zwey Bäche von Cristall.
Wolt jhr demnach Jungfraw geben Meinem Leben Hülff vnd Trost in diesem Leidt So erbarmt euch doch bey zeiten
Thut bereiten Nach dem Trawren Lust vnd Frewd. Ehe daß sich bey mir beginnen Alle Sinnen
Zu verliern vnd aller Muth Rettet mich von dem Elende Ehe das Ende Selbst bey mir das beste thut
Ach Printzessin ach Jungfrawe Euch ich trawe Ihr seid meine Medicin Vor das weinen vor das klagen
Laßt mich sagen Daß ich ewer Diener bin. Wie solte sie jhm thun? jhr werdet doch gewehrt Kein Mannes Tropffen fellt vergebens zu der Erdt
Vnd was ist besser Rath eins hat gebrandt das ander Als daß jhr nun zugleich geneset mit einander? Geht an jhr liebes par was trettet jhr beseit? Es ist jetzund gleich recht jetzt ist die beste zeit
Daß jhr die Hitze lescht. Was wolt jhr viel verziehen. Was wolt jhr selber das so jhr gewünschet fliehen? Was ist es Jungfraw Braut wolt jhr zu rücke gehn? Es hilfft gewiß euch nicht jhr müsset doch gestehn
Es ist nun fort mehr alt daß man nit kan vertreiben Zugleich der liebe Brunst vnd dannoch Jungfraw bleiben Der Bräutigam der kompt er gehet vff euch zu Jungfraw es ist das best jhr gebet euch zu Ruh
Es ist der nechste Rath daß man ein Hertze fasse Vnd was man nit vermag zu halten willig lasse. Trett ab jhr Jungfräwlein die Braut hat jetzt nit Zeit Laßt sie zu Bette gehn hört auff von ewrem streit
Zu einem andern streit muß sie sich jetzund kehren O daß wir allesampt in solchem streiten weren.
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