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1597–1639

Geburt-gedichte.

Martin Opitz

Komm schöner Morgenstern ach komm vnd laß es tagen Aurora spanne doch vier Hengste vor den Wagen Komm eilend vnd zieh an dein schön rothgelbes Kleidt Wie lange wirstu dann die Sonne schlaffen lassen?

Ey sprich sie solle doch sich mit dem Zügel fassen Die Rosse stunden da es sey schon hohe Zeit. Drey mahl sein jetz und gleich sechs Jahre weg verlohren Daß die durch Gütigkeit deß Himmels ward geboren

In der ich alle Tag auffs new geboren werdt Vnd daß in diesem Bild all jhre hohe Gaben Die grosse Göttinen so sehr erschöpffet haben Daß dessen gleichen nicht gefunden wird auff Erdt.

Die Juno Jovis Weib vnd Schwester thet jhr geben Viel Reichthumb Gut vnd Gelt die Die zarten Die

Die Natura gab mich jhr zum Sclaven jederzeit. Ach komm Brich durch die späte Nacht: wie kanstu der versagen

Der alle Göttinen so günstig sich erzeigt? Ach Komm doch wach auff wach auff sieh an die rote Wangen In denen alle Zier vnd Außbundt sich eräugt.

Richt’ auff dein klares Haupt daß deine Strahl’ erleuchten Den angenehmen Tag laß weiter nicht befeuchten Den Perlen Tau das feld steig auff deß Himmels Saal Vertreib der Wolcken Dunst mach Anstand mit den Winden

Vnd halt den Regen ab laß dieses Fest empfinden Den gantzen Erdenkreyß erquicke Berg vnd Thal Heut ist mein Augentrost heut ist mein Liecht geboren In der vollkommenlich zusammen sich verschworen

Die dinge so doch sonst gar selten Freunde sind: Die Schönheit vnd die Zucht. Ich will mein Haupt bedecken Mit einem Lorbeerkrantz Ich will viel höher strecken Die Sinnen die Sie mir hat gantz vnd gar entzündt

Verzeihe mir mein Lieb daß ich von dir zuschreiben Mich vnderstehen darff: ich will dich einverleiben Durch diese meine Faust der Vnvergänglichkeit. Wann andre Heldinen hinfort genennet werden

Die durch jhr Lob erfüllt all Oerter dieser Erden Wird auch dein hoher Nahm erschallen weit vnd breit. Doch so die meine Verß so diese meine Sinnen Den gipffel deiner Ehr nit vbersteigen können

Ist dennoch für gewiß der Wille lobens werth. Ob wol der Ist seines Nahmens doch noch jetzund nit vergessen Daß er jetzunder hat den gantzen Kreiß der Erdt.

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