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1597–1639

Elegia.

Martin Opitz

Weil daß die Sonne sich ins tieffe Meer begeben Vnd jhr gestirntes Haupt die Nacht hat vffgericht Sein Menschen Vieh vnd Wild wie gleichsam ohne Leben Der Monde scheinet auch gar kaum mit halbem Liecht.

Ich ob schon alles schläfft muß ohn auffhören wachen Ich ob schon allesruht muß ruhen ohne Ruh Ob schon die gantze Welt frey ist von jhren sachen Bring ich vor Liebes Brunst vnd Angst kein Auge zu.

Vnd dich Asterie hat auch der Schlaf vmbringet Der Tages Arbeit furth deß Todes Ebenbild Da mir der Zährenbach auß beyden Augen dringet Bistu mit sanffter Ruh auff deinem Beth erfüllt.

Wie wann sich Delia hat in den Wald verborgen Wirdt durch den Schlaff erwischt vnd fellt ins grüne Graß. Vnd wie die Nymfen auch sich legen gegen Morgen Wann der nächtliche Tantz sie hat gemachet laß.

Sie ruhen sicherlich bey einem frischen Bronnen Die Bäume halten auff der Morgenröthe Licht Das sie nicht also bald erwachen von der Sonnen Deckt sie der dicke Wald: Pan aber schläffet nicht.

Er geht er rufft er schreyt mit sehnlichem verlangen Daß seine Stimm erklingt durch Püsche Berg vnd Thal Vnd sie sein sanfftiglich mit süssem Traum vmbfangen Dem Pan antwortet nur der blosse Widerschall.

Du auch mein Leben schleffst ich muß in Nöthen wallen Du bist inguter Ruh ich wache für vnd für Biß mich der letzte Todt wirdt endlich vberfallen Auff den ich sehnlich wart allhie bey deiner Thür.

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