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1597–1639

Die Trunckene Venus.

Martin Opitz

Die schöne Venus gieng mit jhrem kleinen Sohne Vnd dreyen Als sie den Jupiter gleich nicht zu Hausefandt Weil er verreiset war ins schwartze Mohrenlandt

Das köstlich Himmelbrot lag auff der Gülden Schaale Deß Nectars Liblichkeit roch auff dem gantzen Saale So daß der süsse Tranck jhr in die Nasen kam Hierumb sie dann davon nit wenig zu jhr nam.

Dem Amor ist der Wein auch zimlich eingeflossen So daß er gantz vnd gar Gemüth vnd Sinn begossen. Nun taumeln sie bereüscht im Himmel hin vnd her Vnd kriechen durch die Wäld bald für sich bald die quer

Cupido ist bedacht die Männer zu verletzen Vnd sie das Weibes Volck in Vngemach zu setzen Geht wegk secht euch wol für: je mehr sie truncken sein Je mehr vermögen sie in List vnd Liebes pein.

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