In dem betrübten Ort der schwartzen Trawerfelder Von denen Maro sagt da grosse Myrtenwälder Die armen bulerin vmbringen mit der Nacht Sah ich die Heldinnen die selbst sich vmbgebracht.
Ich sah ein jegliche dasselbe thun vorgeben Wie sie jhr vor der Zeit genommen hett jhr Leben Der dicke wüste Wald war Sonn vnd Mondes bloß Das schrecklich höllensee grundloß ohn rauschen floß;
An dessen stillen Bach man kaum herfür sicht schiessen Die Hiacynthen blum vnd flüchtigen Narcissen Adonis Purpurfarb vnd Crocus gelbes Kleidt Auch Aeas stund aldar verhüllt mit Trawrigkeit.
Die sorgen ohne Ruh voll zehren leidt vnd krencken Bewegen widerumb die Heldinen zu dencken Was sie zu vor alhier in solche Noth gestürtzt Daß sie mit eygner Hand jhr Leben abgekürtzt.
Die Semele beklagt wie Juno sie betrogen Daß sie durch falsch Geschenck im Fewer vffgeflogen Als Jupiter zu jhr mit Plitz vnd Donner kam Vnd Bacchum in sein Hüfft auß jhrem Leibe nam.
Die Coenis so zum Mann auß einer Jungfraw worden Weint daß sie widerumb sey in dem Weiber Orden. Die Procris trucknet noch die Wunden vnd gibt acht Auff jhren Cephalum der doch sie vmbgebracht.
Die Hero hat noch jetzt die Lamp in jhren Henden Nach welcher sich bey Nacht Leander mußte wenden. Die Sappho jmmer zu vom weissen Felsen springt Die Eriphyle auch noch mit dem Tode ringt.
Was Minos hat gethan wie Creta sey gestanden Ist alles dunckler weiß alda gemahlt vorhanden Pasiphae die laufft dem weissen Ochsen nach Die Ariadne klagt von Theseus vngemach:
Die Ph Dardurch Sie zu der Hult wolt jhren Stiefssohn treibe Die träget einen Strick die jhrer Krone bildt: Die hat auß grosser Scham jhr Angesicht verhüllt
Daß Sie in Dedali geschnitzter Kuh gestecket: Laodamia klagt daß sie vom Grab erwecket Protesilai Geist vnd jhn auch todt begert Die Thisbe Canace vnd Dido führn das Schwerdt
So jhrem Gaste Mann vnd Vatter ist gewe sen: Auch Luna kan noch nicht der Liebes brunst genesen Sie sucht Endymion mit jhrem bleichen Liecht Sie sucht Endymion vnd findet jhn doch nicht.
Noch hundert sein alldar die jhre Liebes flammen Bald schätzen gut zu sein bald widerumb verdammen In deren mitte kompt Cupido vnverhofft Vnd läutert durch den Glantz die dicke hellen-Lüfft.
Sie kandten bald das Kindt ob gleich sein schöner Bog en Sein Köcher Pfeil vnd Gurt mit Nebel war vmbzogen So kennen sie jhn doch: der frembde werthe Gast Wird wie sie vor von jhm von jhnen angefast
Es steht ein Myrtenbaum mit Tunckelheit vmbfangen An welchem vor der Zeit Adonis auch gehangen Als er Proserpinam nicht wider lieben wolt Vmb daß er nichts begert als seiner Venus hold:
An diesen haben sie den Amor angebunden Vnd billich jhm gethan was sie von jhm empfunden Es ward zu rechter Rach ein jegliche bewegt: Die legt jhm an den Strick den Sie jhr angelegt
Die wolte durch das Schwerdt sich rächnen jhrer Nöthen Die meinet jhn im Meer die in der glut zu tödten Die Myrrha wirffet jhn mit schönem Brennestein Der von der Threnenbach jhr soll geflossen sein
Von andern denen er fast widerumb versöhnet Wird er vngleicher Art geschertzet vnd verhönet Die will das Blut besehn darvon die Rose kam Die helt ein Liecht hinzu beleuchtet seine Scham.
Auch Venus kompt herbey Sie lest jhr wolgefallen Diß jhres Sohnes straff vnd martert jhn vor allen Weil er als Mars bey jhr die Netz’ herzu gebracht Vnd Vrsach ist daß auch Priapus wird verlacht.
Sie schlägt jhn ob er gleich viel Threnen thut vergiessen Mit einem Rosenkrantz biß man das Blut sicht fliessen Das Blut das rothe Blut wird miltiglich gespreit Das noch viel röter macht der Rosen schönes Kleidt
Durch diß wirdt letzlich doch die Venus auch beweget Daß Sie den grossen Haß vnd Grimm besette leget Die Heldinnen auch selbst die bitten Sie vmb Ruh Vnd schreiben jhre Noth gantz dem Verhängniß zu.
Die Mutter danckt hierumb dieweil sie nachgelassen Vnd jhn nun weiter nicht ob zwar ohn Vrsach hassen Cupido weil sie gleich in jhren Reden sein Fleucht weg vnd macht sich fort durchs Thor von Helffenbein.
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