Skip to content
1597–1639

Daß die Poeterey vnsterblich sey.

Martin Opitz

Was wirffstu schnöder Neid mir für die Lust zu schreiben Von Venus vnd mit jhr die Jugendt zu vertreiben Ich achte deiner nicht du liebest Eytelkeit Mein Lob vnd Name wird erklingen weit vnd breit.

Cupido führet mich in eine grüne Wüsten Da der Poeten Volck weit von Begierd vnd Lüsten Vor Zeiten hat gewohnt wie noch die erste Welt Nichts von den Stätten wust vnd wohnet in dem Feldt

Die Nymphen werden mir den Lorbeerkrantz auffsetzen Mit meinen Versen wird sich Erato ergetzen So weit die grüne Lust die grüne Wälder gehn Wird gleichsam mein Gedicht an allen Bäwmen stehn

Ihr Oerter voller Frewd jhr auffenthalt der Hirten Ihr Bäch jhr Ahornbäwm jhr Quell jhr zarten Myrten Ihr Thäler jhr Gebirg jhr schönen Blümelein Ihr Wohnhauß aller Ruh bey euch wünsch’ ich zu sein

Bey euch wünsch ich zu sein; von ewrer Lust besessen Will ich deß jrrdischen vnd meiner selbst vergessen. Wie Perseus als er erst Andromeden erblickt Ward mitten in der Lufft durch jhre Zierd verzückt

So daß er kaum das Ross vermochte zu regieren So soll mich auch von euch kein ander Liebe führen Biß mich der letzte Todt gantz vnversehens kriegt Vnd Venus mich begräbt wo jhr Adonis ligt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.