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1597–1639

Chansonnette.

Martin Opitz

Mit Liebes Brunst behafftet sein Ist warlich eine schwere Pein Es ist kein Schmertz auff dieser Erdt Der recht mit jhm verglichen werdt:

Drumb will ich mich gantz embsiglich Von dem Leyden allzeitscheiden Vnd die süsse Gifft vermeiden. Auff daß nun nicht die schnöde Brunst

Mich lasse zu jhr tragen Gunst Soll Venus mich nicht treffen an Auff jergendt einer Liebes Bahn Der Tugendt Weg ist ein schön Steg

Darauff eben ich will schweben Vnd jhr gantz verpflichtet leben Recht vnd gar wol auch Pallas blieb Allzeit befreyet von der Lieb

Sie gab dem Fewer niemals raum Vnd hielte sich in stätem Zaum Auff grüner Heyd sie allezeit Mit dem Hetzen sich thet letzen

Vnd frey aller Sorg ergetzen. Ich will ins künfftig fleissig auch Nachfolgen dieser Göttin Brauch Denn Venus ist die gröste Last

Cupido ist ein schädlich Gast. Wen er einmal nur bringt zu fall Muß verderben offt auch sterben Vnd für Frewden schmertz ererben

Also belohnt er alle doch Die sich ergeben seinem Joch Vnd diß bedenck ich offt vnd viel Es mag lieb haben wer da will

Ich bleibe mein allzeit allein Offt nach schertzen kommen schmertzen Wohl dem der das thut behertzen.

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