Ihr liebliches Geschlecht dem Venns hat gegeben Den Schlüssel in die Handt zu aller Männer Leben Die jhr der liebe Saat auß ewren Augen strewt Die vns im Hertzen steht gewurtzelt allezeit
Es ist vmb euch geschehn ich schwere bey den Händen Damit der kleine Gott kan vnsre Sinnen wenden Ich schwere bey dem Pfeil der mein Gemüthe trifft Der mich entzündet hat durch angenehme Gifft.
Es ist vmb euch geschehn ich schwere bey der schönen Der schönen von der ich mein Leben muß entlehnen Die gäntzlich mich besitzt: Ich schwere bey der Pein Vnd schmertzen ohne die ich nicht kan frölich sein.
Ich schwere bey dem Liecht das sie mir pflegt zugeben Wann jhrer Augen Sonn erblickt mein trawrig Leben Es ist nun mit euch auß weil jetzt Cupido kümpt Vnd von der Teutschen Sprach auß mir bericht einnimpt.
Es ist nicht lange Zeit daß ich die Venus fande An einem grünen Orth in meinem Vatterlande Der silberne Taw fiel vnd tröpffelt hier vnd dar Wo das sie gieng vnd stund von jhrem guldnen Haar.
Sie wolte daß jhr Sohn hier bey mir solte bleiben Vnd vnser Teutsche Sprach auffs best ichs wuste treiben Ich sagte zu so viel mir möglich vnd gab für Es wer ein junges Kindt: Sie ließ es da bey mir.
Er hieltsich bey mir vff wir liessen nichts erwinden Vnd kont er ohne müh sich in die Sprache finden. Ich habe viel vnd offt wenn ich sie liegen fandt Den Bogen vnd die Pfeil genommen in die Handt.
Als er nun Abschiedt nam an statt mir Danck zuhaben Gab er mir ein Geschenck (es sind sein alte Gaben) Er hat mir einen Pfeil getrucket in mein Hertz Der mich erhalten kan zugleich in frewd vnd schmertz.
O bitter süsse Pein! Der ist es jhr Jungfrawen Der erstlich mich gelehrt auff Eitelkeiten bawen Der erstlich mich gelehrt der erstlich mir gezeigt Deß Volckes arge List daß vns so sehr betreugt.
Das Volck das süsse Volck das mit den glatten Worten Vnd grosser Freundligkeit erbricht der Hertzen Pforten Das mit den äugelein dem klaren Angesicht Erleuchtet vnsre Seel’ als zweyer Sternen licht.
Die vrsach vnsrer Noth die vrsach vnsrer Frewden Die vrsach zu der Ehr die vrsach zu dem Leyden Die schreckung vnsrer Seel doch die mit Lust erfüllt Der Sinnen heisse Brunst doch die sich selber stillt.
O daß ich Sonne wer vnd jhren hohen Wagen Einmahl regierete nach meinem wolbehagen Daß ich nur von der Lufft herab recht schawen kundt Der schönen Angesicht die mich so sehr verwundt.
O daß ich Sonne wer ich wolt jhr Augen machen Zu Sternen in der Lufft daß ich sie könt anlachen Vnd ansehn jederzeit sie solte nahe stehn Dem Monden vnd mit jhm doch nimmer vndergehn.
Wie offt hab ich gewünscht wie offte dörffen sagen Daß ich wer eine Bien vnd Honig solte tragen Auß jhrem rothen Mundt wenn er wirdt auffgethan Bin ich so froh daß ich mich nicht mehr halten kan
Alß dann kompt jhre Seel wann ich mich nichts before Vnd fleucht in meine Seel als dann macht sie die Thore Der Sinnen bey mir auff denn ist mein brennendt Hertz Vmbringt mit seiner Glut vmbringt mit süssem schmertz.
Ach Amor daß ich möcht als eine Fliege werden Mich dunckt ich were wol glückselig hier auff Erden Ich wolt ein Häusichen auffbawen bey den Mundt Der jenen die ich weiß darinn ich wohnen kundt.
Hier were mein Palast hier wolt ich lesen künnen Das lieblich Himmels Nass vnd beugen jhre Sinnen: Hier wolt ich recht besehn den wunderklaren schein In meinem solt jhr Hertz in jhrem meines sein.
Gleich wie zur Sommerszeit die kleinen Feldhewschrecken Den süssen Morgentaw von schönen Blumen lecken: So geht es auch mit vns: Ohn alle Spieß vnd Kost Ernehret vns die Lieb vnd nur von blosser Lust.
Es ist ein süsser Tranck es ist ein süsser Regen Der vnser Hertz erquickt es ist ein süsser Segen Der Honig Taw der euch auß ewren Augen fleußt Ihr schönes Venus-Volck vnd reichlich vns begeußt
Begeust die truckne Seel: Wann jhr vns wolt begeben So dencken wir hinfort nicht weiter an das Leben Das Leben mit der Seel vnd Hertzen sein gestellt In ewere Gewalt: Wir thun was euch gefellt.
Dann Venus ist ein Weib sie hat vns auch den Frawen Gegeben in die Handt sie allzeit anzuschawen. Wo stünd jetzundt die Welt wo were wol jhr grundt Wenn man das klare Liecht von euch nicht haben kündt.
Man sagt daß Jupiter als er erst alle Sachen Hier in dem wüsten Rund begunt hat außzumachen Sich dreymahl vmbgekehrt vnd zu sich selbst geredt Es mangelt ein ding noch daß man vergessen hett
Er bracht ein Thier hervor so nie sonst war erkennet Daß man bey vns jetzundt hier eine Jungfraw nennet Als aber er hernach sein Meisterstuck gemacht Vnd jhn das schöne Bild so freundlich angelacht
Thet jhm sein eygen Werck so trefflich wolgefallen Daß er der Liebe Brunst empfand vor andern allen. Wie offtmahl ist der Gott für dem sich nichts verhelt Der mit dem Plitze spielt vnd schreckt die gantze Welt
Wie offtmahl ist er selbst gemach gezogen kommen Als jhm sein Augentrost den hohen Sinn genommen Er ließ das Firmament er ließ den Himmel stehn Wenn er nur in den Schoß der Liebsten solte gehn
Ich halte den für todt für vnweiß vnd verkehret Der eine Jungfraw sicht vnd jhm doch nicht begehret Derselben Huld vnd Gunst er ist ein Klotz vnd Stein Den nicht bewegen kan der lieblich augenschein.
Solt ich den Himmel nur vor Jupiter regieren Ich wolt jhn gantz vnd gar mit newem Volcke zieren Jungfrawen müsten mir vor andern sonderlich Am allermeisten sein das wer ein Volck vor mich.
Das Handwerck so man würd in meinem Reiche treiben Das solte Küssen sein: Da wolt ich jmmer bleiben Vnd ordnen wie man wol recht köndte sein bedacht Daß jmmer mehr vnd mehr diß thun würd auffgebracht.
Man müst Vneinigkeit Neid Zancken Zorn vnd hassen In dieser Burgerschafft gantz vnderwegen lassen Kein Kriegen würde sein als daß so nur betrifft Genüge Frewd vnd Lust vnd daß die Liebe stifft.
Die Festen wolt ich gantz von Myrten lassen weben Die vns der Venus Sohn hierzu dann würde geben Die Wälle solten sein von Thränen auffgemacht Von Thränen so die Braut vergeust die erste Nacht.
Es wartet jmmerzu der ein auß Venus Knaben So bald als sie sie nur zu Beth geleytet haben Der dann mit fleiß zu sich diß thewre Wasser nimpt Weil man es dieser Zeit gar selten gut bekümpt.
Doch so ich gar nicht kan zu meinem Wunsche kommen So hab ich dennoch mir auff dißmal fürgenommen Diß Büchlein ewrer Lieb als ein gewisses Pfand Der Gunsten die ich trag zugeben in die Handt.
Ach last doch ewren Glantz drauff fallen jhr Jungfrawen Last ewrer Augen Liecht diß mein Geschenck anschawen Vnd wünscht mir wünscht mir nur daß mich vor meinen Lohn Cupido krönen thue mit seiner Ehren Kron
Deß Gottes Himmel ist (Ach wer jhn könt ererben!) In seiner Freundin Schoß vnd zarten Armen sterben: Deß Gottes Himmel ist nur allzeit können sein Bey seiner liebesten verklärtem Augenschein.
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