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1618

9. An der H. Drey König TageAuff den 6. Psalm

Martin Opitz

Brich auff und werde Liechte, Laß gehn die Nacht zu nichte, Dein Liecht kömpt her zu dir; Die Herrligkeit deß Herren

Gläntzt prächtig weit und ferren Und zeigt sich über dir. Zwar finster ist die Erde, Der armen Heyden Herde

Ligt tunckel weit und breit; Dich hat der Herr, dein Leben, Dein Heil und Trost, umbgeben Mit grosser Herrligkeit.

Die Völcker auff der Erden, So je beschienen werden Durchs klare Sonnenliecht, Die sollen dein Liecht kennen,

Zum Glantze frölich rennen, Der auß der Höhe bricht. Heb auff, heb dein Gesichte, Das Volck folgt deinem Liechte,

Die Welt kömpt gantz zu dir; Sie hat von dir vernommen, Die Söhn und Töchter kommen Und suchen deine Zier.

Dein Hertze wird dir wallen, Wenn dir kömpt zu Gefallen Die Anzahl umb das Meer; Du wirst die Augen weiden

Am Volcke deiner Heyden, So gantz dringt zu dir her. Es kommen alle Seelen Auß Esa mit Camelen,

Mit Läuffern Midian; Gold wird dir Saba bringen Und Weyrauch; es wird singen Dein Lob ein jederman.

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