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1618

7.

Martin Opitz

Ach Liebste, laß uns eilen, Wir haben Zeit, Es schadet uns verweilen Uns beyderseit.

Der edlen Schönheit Gaben Fliehen Fuß für Fuß, Daß alles, was wir haben, Verschwinden muß.

Der Wangen Ziehr verbleichet, Das Haar wird greiß, Der Augen Feuer weichet, Die Brunst wird Eiß.

Das Mündlein von Corallen Wird ungestalt, Die Händ' als Schnee verfallen, Und du wirst alt.

Drumb laß uns jetzt geniessen Der Jugend Frucht, Eh' als wir folgen müssen Der Jahre Flucht.

Wo du dich selber liebest, So liebe mich, Gieb mir das, wann du giebest, Verlier auch ich.

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