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65. Am 27. Sontag nach TrinitatisAuff den 19. Psalm

Martin Opitz

Seyt jetzt und allezeit Zur Rechenschafft bereit, Fußt auff deß Glaubens Grund, Traut Gott und habt Gedult,

Wann euch ohn alle Schuld Beläugt ein falscher Mund. Den, der euch faßt in Neid, Dieweil ihr geistlich seyt,

Wird Gott zu Schanden machen. Viel besser ists, daß ihr Umb Wolthat leydet hier, Als wegen böser Sachen.

Weil der Gerechte hat Für ungerechte That Erlitten Schand und Noth, Weil er, der alles kan,

Den Mund nicht auffgethan, Ertragen seinen Tod, So wil deß Lebens Liecht, Daß wir uns gleichfalls nicht

Deß Leydens wegern sollen, Im Fall wir für und für Deß Himmels Lust und Zier Mit ihm besitzen wollen.

Deß Noens kleinen Schaar, Die in der Archen war, Gab er die Seligkeit, Das Wasser, das noch jetzt

Mit Glaubens Zuthun nützt Und hilfft uns jederzeit, Macht einen Bund mit Gott, Durch seines Sohnes Tod,

Der unsre Seelen führet Hin in das Vatterland, Da er an Gottes Hand Sitzt, herrschet und regieret.

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