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57. Am 19. Sontag nach TrinitatisAuff den 128. Psalm

Martin Opitz

Schaut, daß ihr von euch leget Den Wandel dieser Welt, Den alten Menschen feget Der sich durch Laster fällt.

Thut weg das Kleyd der Erden Und liebt Gerechtigkeit, Ein neuer Mensch zu werden, Wie ihr erschaffen seyt.

Seyt feind den argen Lügen Wann euer Mund was spricht, Den Nächsten zu betriegen Gedencket niemals nicht;

Ihr sollet Zorn nicht fassen Und nicht nach Feindschafft stehn; Laßt über eurem Hassen Die Sonn nicht untergehn.

Er duldet nicht und leydet Ein böses Lästermaul; Den Diebstal flieht und meydet, Seyt was zu nehmen faul

Und munter, viel zu geben. Greifft ehrlich Arbeit an, Zu Fristung dessen Leben Der sich nicht retten kan.

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