Skip to content
1618

46. Am 9. Sontag nach TrinitatisAuff den 136. Psalm

Martin Opitz

O Corinth, du Zier der Welt, Wie daß dir so sehr gefällt, Einer falschen Liebe Gunst Und deß schnöden Fleisches Brunst?

Schaue wol zu, was du thust: Meide deß Gelüstens Lust, Stelle deine Götter ein, Die zu wenig göttlich seyn.

Folge nicht der alten Schar Die für Gott ein Greuel war, Und nur spielte, tranck und aß, Daß sie ihrer selbst vergaß.

Seyd von Unzucht loß und frey, Weil durch jener Hurerey Drey und zwantzig tausend Mann Einen Tag fiel auff den Plan.

Auch versucht den Herren nicht, Der ein strenges Urtheil spricht; Als es diß Volck so gemacht, Ward's von Schlangen umbgebracht.

Leidet ihr auch irgend Noth, Murret drumb nicht wieder Gott, Dann er jener gleiche That Durch den Todt gestraffet hat.

Dieses nemet fleissig ein, Laßt es eure Warnung seyn; Welcher stehet, sehe zu, Daß er keinen Fall nicht thu.

Gott der weiß es allzuwol, Wie er euch versuchen soll, Er thut keinem nicht mehr an Als was er ertragen kan.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
46. Am 9. Sontag nach TrinitatisAuff den 136. Psalm · Martin Opitz · Poetry Cove