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1618

22. Am Sontage JudicaAuff den 146. Psalm

Martin Opitz

Christus ist auff Erden kommen, Hat ein hohes Priesterthumb Unter seine Pflicht genommen Ueber Güter, derer Ruhm

Ferren von Vergängligkeit Blühen wird in jener Zeit. Seine heilig-schöne Hütte Ist gemacht nicht mit der Hand;

Kälberfleisch und Bockgeblüte Wird umbsonst vor ihm verbrandt: Er erwirbt das höchste Gut Durch sein eygnes werthes Blut.

Denn wo Blut von Vieh und Böcken, Wo die Asche von der Kuh Kan der Menschen Mackel decken Und sich dringt dem Himmel zu,

Was verdient nicht durch sein Blut Christus, aller Güter Gut? Er hat selbst sich hingegeben Für die Sünde dieser Welt,

Daß wir möchten heilig leben; Er hat kräfftig abgestellt Durch das neue Testament, Das, was Gott und Menschen trennt.

Er hat, weil er ist gestorben, Dem, was an uns sterblich war, Leben, Trost und Gnad' erworben; Nun wird die beruffne Schar,

Erbe sein nach dieser Zeit Der gewündschten Seligkeit.

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