Skip to content
1618

13.

Martin Opitz

Du güldene Freyheit du, mein Wündschen unnd Begehren, Wie wol doch were mir, im Fall ich jederzeit Mein selber möchte seyn, und were gantz befreyt Der Liebe, die noch nie sich wollen von mir kehren,

Wiewol ich offte mich bedacht bin zu erwehren. Doch, lieb' ich gleichwol nicht, so bin ich wie ein Scheit, Ein Stock und raues Bley; die freye Dinstbarkeit, Die sichere Gefahr, das tröstliche Beschweren

Ermuntert meinen Geist, daß er sich höher schwingt Als wo der Pöfel kreucht, und durch die Wolcken dringt, Geflügelt mit Vernunfft und muthigen Gedancken. Drumb geh' es, wie es wil, und muß ich gleich darvon,

So überschreit' ich doch deß Lebens enge Schrancken; Der Name, der mir folgt, ist meiner Sorgen Lohn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
13. · Martin Opitz · Poetry Cove