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1621–1681

N.A.

Georg Neumark

Betrübter Himmel sag was du doch damit meinest Daß du so mildiglich an diesem Feste weinest? Daß auch dein Föbus selbst ein graugewölktes Kleid Um sich gehüllet hat vor grosser Traurigkeit?

Dann ist die Noht erst groß wenn Götter trauren müssen! Wie ietzt dein Föbus thut. Drüm laß es mich doch wissen Was dein Betrübnüß sey. Es steht ja alle Welt In voller Fröligkeit weil Christus unser Held

Aus seinem finstern Grab’ ist wieder aufferstanden Und also auffgelöst des Todes Todtenbanden; Heut hat Er uns geschenkt Ergetzligkeit für Noht; Für Schrekken Freud’ und Trost das Leben für den Tod;

Er hat uns Sterblichen die hohen Himmelsthüren Eröffnet Angelweit wodurch Er uns wil führen In sein ererbtes Reich. Und heut’ ist dieß geschehn. Wer wolte denn wie du in solchem Leide stehn?

Doch halt! ich weiß woher die milden Thränen rinnen Die du so heuffig weinst. Vielleicht weil wir nicht können (doch was nicht können! ja wir wollen leider nicht) Mit Dank erkennen das was unser Seelenliecht

Der grosse Siegesfürst uns diesen Tag erwiesen Wofür Er billich solt’ im Hertzen seyn gepriesen Weil sag’ ich mancher mehr an dieser Osterzeit Auff schnöde Luft bedacht als auff die Seligkeit.

Drüm ist kein Wunder nicht weil wir ja so verblendet Und hart verstokket sind daß die Natur sich wendet Daß sich der Himmel selbst hierüber so entsetzt Und die verboste Welt mit vielen Zähren netzt.

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