Jhr Helden die ihr euch selbst saufft vom Witz' und
Sinne
Die ihr euch späht und früh mit vollem Glaß’ ergetzt
Da ihr an Statt der Kirch euch in ein Weinhauß
setzt
Die ihr an Gottes Statt die geile Lustgöttinne
Und euren Bachus ehrt bedenkt was Sauffen könne
Hat nicht der Wein den Loht zur Unzuchtangehetzt?
Hat Alexander nicht den Klitus hingemetzt
In voller Trunkenheit? O Seelenmörderinne!
O Lasterquell’! es ist mit Thränen zubeklagen
Wie mancher Mord Verraht wie manche Hurerey;
Wie mancher Diebstahl auch durch dich verübet sey.
Bedenk dieß Trunkenbold! Doch muß ich dieß auch sa-
gen:
Der Wein der ist gesund wenn man ihn recht geneust
Ein Gifft imfall man ihn wie Wasser in sich geust.