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1621–1681

An die unmässigen Wein- sauffer.

Georg Neumark

Jhr Helden die ihr euch selbst saufft vom Witz' und Sinne Die ihr euch späht und früh mit vollem Glaß’ ergetzt Da ihr an Statt der Kirch euch in ein Weinhauß

setzt Die ihr an Gottes Statt die geile Lustgöttinne Und euren Bachus ehrt bedenkt was Sauffen könne Hat nicht der Wein den Loht zur Unzuchtangehetzt?

Hat Alexander nicht den Klitus hingemetzt In voller Trunkenheit? O Seelenmörderinne! O Lasterquell’! es ist mit Thränen zubeklagen Wie mancher Mord Verraht wie manche Hurerey;

Wie mancher Diebstahl auch durch dich verübet sey. Bedenk dieß Trunkenbold! Doch muß ich dieß auch sa- gen: Der Wein der ist gesund wenn man ihn recht geneust

Ein Gifft imfall man ihn wie Wasser in sich geust.

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