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1621–1681

1.

Georg Neumark

Sey nur getrost und unverzaget Wenn Dich o Jsrael mein Kind Betrübnüß Angst und Wehmuht plaget Wen Dir der Nördlich' Unglükswind

Mit seinem Sturm' und starkem Sausen Wil rasend unter Augen Brausen. Steh als ein Man laß Dich nicht schtekken Halt aus und bleibe fest bestehn

Laß Dir es keine Furcht erwekken Laß dieses Wetter über gehn. Du wirst sehr grosse Freud' empfinden Nach diesen herb- und rauhen Winden.

Laß ab von deinen schweren Sorgen Ich habe ja mein Angesicht Nur eine kleine Zeit verborgen Und von Dir Jsrael gericht

Ich wil nur sehn in solchen Fällen Wie Du mein Kind Dich an wirst-stellen. Ich wil ein wenig nur versuchen Wie groß doch deine Liebe sey

Ob Du Mir auch wirst trotzig fluchen Und wie beständig deine Treu Ich steupe Dich üm zu-zu-sehen Wie Du bey deinem Gott wirst stehen.

Ich habe Dich bey deinem Nahmen Geruffen und Mir außerwehlt Ich habe Dich und deinen Sahmen Erlöset und mang Die gezählt

Die sich gehorsamlich erzeigen Denn Jsrael du bist mein eigen. Geh sicherlich durch Wasserfluhten Du wirst gantz unver letzet gehn

Geh ungescheut durch Feuersgluhten Kein Brandmahl wird man an Dir sehn Denn Ich wil allzeit bey Dir bleiben Und allen Unfall von Dir treiben.

Kan Ich Dich nun in Diesen schützen Was meinstu wol mein Jsrael Was Ich Dir werde können nützen Wenn Dich betreffen andre Fäll'?

Ich bin dein Heyland dein Erretter Drüm fürcht Dich nicht im Unglükswetter.

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