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1621–1681

1.

Georg Neumark

Mein Gott wenn soll es doch geschehen Daß ich mag endlich wieder sehen Das hoch beliebte Und meinen wehrten Unsterstrand?

Wie lange soll ich noch so reisen Und mich mit bloßex Hoffnung speisen? Neun Jahre sind vorbey geschossen Und wie ein Strohm dahin geflossen

Daß ich die liebe Die mich der Nicht habe wie ich soll gegrüsset Nochmeines

Hier leb' ich zwar in Friedensfreuden Und weiß von keinem Kriegesleiden Wie leider dort so mancher Mann Der seine Noht kaum zählen kan.

Der kaum was anders weiß zu sagen Als von betrübten Ich bin Alhier bey groß-und weisen

Wol angesehn und sehr beliebt Ich bin gar selten auch betrübt Ich spühr’ und merk’ auf allen wegen Den hertzgewünschten Himmelssegen.

Es hat nicht vielen so geglükket Wie Gott es hat mit mir geschikket; Wie Mancher sieht mich scheeldrüm an Daß mir das Glükk so zugethan

Doch acht’ ich nicht der Spötter Neiden Ich kan es alles lachend leideu. Dennoch wie gut es mit mir gehet Wie köstlich meine Wolfahrt stehet

Wie freundlich mir das Glükke lacht Und was es mir vor Freude macht So sag’ ich doch daß ichs nicht achte Wenn ich mein Vaterland betrachte.

Ich weiß nicht was für eine Stärke Ich bey mir im Gemühte merke Die mich so sehr begierig macht Daß ich numehr fast Tag und Nacht

Die lieben Meinigen bedänke Und mich bloß Sie zu sprächen kränke. Mein’ höchste Es wünschen täglich meine Sinnen

Daß ich doch bald den lieben Tag Sie frisch zu sehn erleben mag. Nim auf O So wird es hoff’ ich bald geschehen.

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