Ach möcht' ein Jegl icher doch in sich selber gehen Und in dem Spiegel des Gewissens sich besehen; Vielleichte würd’ Er bald Auß seinen eignen Werken
Wie sein Gemühte sey gestalt Mit eigner Schande merken. Solt’ Er nur bey sich selbst sein Leben wol erwegen Und setne Schand’ und Ehr’ ein wenig überlegen
So würde mancher Mann Des Beßren sich bequemen Und dessen was Er vor gethan Sich innerlichen schämen.
Wer seinen Nebensreund mit Schimpf gern’ schamrohe machet Der wird gar offtermals mit Schanden außgelachet. Wer andre Leute schmeht
Hat offtmals über hoffen Wies in gemein den Spöttern geht Sich selber recht getroffen. Wer andre Leute nur zu schimpfen sich ergetzet
Wird von der klugen Welt den Affen gleich geschätzet Der wil gern allezeit Was Er nur siehet gekken Da Er doch sein’ Unhöfligkeit
Kan selber nicht bedekken. Ein solches Schändemaul hat endlich diesen Frommen Daß wenn ein Ungelük ist über ihn gekommen Man ihn darzu verlacht
Und gönnets ihm von Hertzen Daß man sein Klagen wenig acht Und seine bittre Schmertzen. Wenn solch ein böser Mensch wird auch einmal geplaget
Mit Unfall hie und da dann wird Er schtecht beklaget Es dänket jederman: Wie? ist es jene Schlangen Die Manchen so verhöhnen kan?
Es ist ihr recht geschehen. Drüm wenn du dir gedänkst des Menschen Gunst zu ma- chen Und daß man deiner nicht im Unglükk müsse lachen
So stell dein Schimpfen ein Laß andre Leute gehen Las dir dein Hertz zur Tadlung sein Da wirstu gnugsam sehen.
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