Ich habe Mich mein Gott mit Mir besprochen Daß Ich der Welt ihr Gut-sein oder Pochen Ins künfftige Dich liebend fromm und still Nicht achten wil.
Weg schnöde Welt mit allen deinen Dingen Wodurch Du offt den Menschen pflegst zu bringen In großes Leid ja offtmals in den Tod Und Seelennoht.
Mein sag was sind doch alle deine Güter? Nichts anders ja als Netze der Gemühter; Was ist dein Geld dein Gold und Heuser auch? Nur Wind und Rauch.
So bald der Zorn deß HErrn darüber wehet Wo bleibt es denn? So bald ein Krieg entstehet So bald ein Feur daßelbe nur erhascht So ists verascht.
War Hiob nicht ein Mann von vielen Geldern? Von großere Gut’ und reichbegabten Feldern? Jhm war kein Mensch und war Er noch so reich An Gütern gleich.
In einem Huj verderben seine Kinder Es gehet weg sein Haub Hof Vieh und Rinder Er wird gar bald eh Er es dänken kan Ein armer Mann.
Der Dioniß saß in den höchsten Ehren Zu Syrakuß’ und muste Kinder lehren Dort zu Korinth hernach aus großer Noht Ums liebe Brodt.
Du Prahler hör was hilfft dich doch dein Stutzen? Was hilfft Dich doch dein Gottvergesnes Putzen? Du tritst herein und dänkest nicht einmal An jene Quahl.
Du lebest wol. Was aber dänkt in dessen Dein arme Seel’? als welcher Du vergessen Du eitler Mensch? Sie klagt ihr Ungemach Mit Weh und Ach.
Sie ist bemüht Dein böses Thun zu stillen Sie hält Dir vor deß frommen Gottes Willen Dir aber ists und deiner frechen Rott’ Ein lautrer Spott.
Sie klagt Dich an mit bittren heißen Zähren Sie ächtzt und seuftzt und wil sich gern erwehren Zugleich mit Dir zugehn in jenes Leid Der Ewigkeit.
Bedenke Mensch was sind doch Herrengünste? Ja anders nichts als Rauch und leere Dünste So diesen gleich so bald Sie fast entstehn Auch bald vergehn.
Stundt’ Haman dort nicht auf der Ehrenspitzen? Must’ Er nicht stets bey Ahasverus sitzen? Wie gieng es ihm? Eh es ein Mensche dänkt Wird Er erhenkt.
Wer war doch wol dem großen Griechen lieber Als Klitus du? An Gunst war keiner drüber. Dennoch hat Er nach dem Er sich ergretzt Dich hingemetzt.
Weg Wollust weg mit deinen leichten Sinnen! Weg Uppigkeit mit deinem Schandbeginn en! Wie mancher Mensch ist doch von Dir betrübt Der Dich beliebt.
Ist Faon nicht in geiler Lust gestorben? Was hat doch sonst dich Tigellin verdorben Als Prasserey und dein beliebter Wust Die Liebeslust.
Die Schönheit ist ein Lokkaas vieler Sünden Ein Unglükssee den man kaum kan ergründen. Wie manches Leid wenn man es recht erwegt Hat Sie erregt.
Wie manches Leid hat Sie doch angerichtet? Wie mancher Mensch ist doch durch sie vernichtet? Die Schonheit hat so manches Land verheert Und gantz zerstöhrt.
Wenn Bathseba mit ihren zarten Wangen Und Leibesziehr den David nicht gefangen So hett’ Er nicht fast Gottes Gunst verschertzt Welchs Jhn geschmertzt.
Wenn jener Held Antonius die Sinnen Nicht gantz gericht zur schönen Aegyptinnen So hett’ Er ihm sein Leben nicht verkürtzt Und sich gestürtzt.
Daß Briechenland zehn Jahre lang bekrieget Daß Troja dort so gantz verödet lieget War nur allein Helene Schuld daran Die hats gethan.
Kurtz was der Mensch vor Hoch und Treflich schätzet Womit Er sich nach Hertzenslust ergetzet Ist alles doch in dieser Lebenszeit Nur Eitelkeit.
Was hilfft es Jhn wenn Er einmal gestorben Jmfall sein Leib durch einen Tod verdorben Der Madensakk? Es wird ein Grab und Stein Sein Reichthum seyn.
Hat Er sich denn in Tugend nicht geübet Und Gottes Wort von Hertzen hochbeliebet Ach Weh! Ach Weh! wie wird es Jhm doch gehn Jm Aufferstehn.
Der Himmelsfürst der Richter aller Seelen Wird Jhn mit Ernst mang die Verdampten zählen Da wird Er stehn zu seiner linken Hand Mit Spott und Schand.
Der Teufel selbst wird seyn sein Mitgeselle Das hellsche Feur wird seyn an Goldes Stelle Ein greulich Loch und schwefelichter Pfuhl Wird seyn sein Stuhl.
Da muß Er denn die unerhörten Plagen Mit Ach und Weh in Ewigkeit ertragen In Ewigkeit wird keine Rettung seyn von dieser Pein.
Drüm lenk Ach Gott Ach lenke meine Sinnen Daß Sie sonst nichts als Dich nur lieb gewinnen Gieb Deinen Geist Der mich auf rechter Bahn Weis’ Himmel-an.
Der über Mich mit seinen Gaben walte Der mein Gemüht’ in deiner Lieb’ erhalte Der meinen Sinn zur Gottesfürchtigkeit Lenk’ allezeit.
Ach Gott schlägt mich ein Fehler etwa nieder So heb Mich auf und tröste Mich doch wieder Reitzt mich die Sünd- und bringt mich in ihr Joch So schone doch.
Laß dein Gericht nicht über mich ergehen Wer kan doch HErr wer kan doch vor Dir stehen? Kein Mensche nicht. Laß deiner Gnaden Schein Mein Beystand seyn.
Lenk so mein Hertz in meinem gantzen Leben Daß es nichts woll’ als Dir nur seyn ergeben Und wenn ich denn vollendet meinen Lauff So nim mich auf.
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