Skip to content
1621–1681

1.

Georg Neumark

Warüm soll Ich mein Hertz mit Grämen täglich fressen Und daß Ich Menschlich sey so liederlich vergessen Ob schon die Feuersbrunst deß Meingen mich beraube Was Gottes Gunst und Glükk Mir reichlich hatt’

erlaubt. Es war ja nichts als Gut welchs nie beständig bleibet Welchs oftmals unversehns wie Heu und Spreu zersteubet Gott theilte Mir es mit aus seiner Gnadenhand

Der hat es wiederüm auch von Mir abgewande. Ich bin ein Mensch warüm soll Ich dem Glükke fluchen Ist doch mein Gott getreu der Mich nicht lest versuchen Daß Ich was tragen soll in dieser Sündenwelt

Was über meine Macht und Mit unmöglich fällt. Gott legt uns eine Last zwar auf den matten Rükken Daß wir gantz Athemloß darunter fast erstikken Doch trägt Er selber mit und schenkt uns seine Huld

Wenn Er nur an uns merkt die hertzliche Geduld. Er wil mich dießmal auch ins nützlich’ Ungtük führen Daß Er mein kindlichs Hertz mög als ein Vater spühren Wie es geberden wil in solchem harten Stand’

Obs auch zu frieden sey mit seiner Züchtgungshand. Darüm ist auch mein Glaub’ als Mauerfest gegründet Daß wie nach grossem Sturm’ ein Sonenschein sich findet Mir wieder scheinen wird auf dieses Traurig-seyn

Ein Glükk das zwiefach ist und Gottes Gnadenschein.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
1. · Georg Neumark · Poetry Cove