Warüm soll Ich mein Hertz mit Grämen täglich fressen
Und daß Ich Menschlich sey so liederlich vergessen
Ob schon die Feuersbrunst deß Meingen mich beraube
Was Gottes Gunst und Glükk Mir reichlich hatt’
erlaubt.
Es war ja nichts als Gut welchs nie beständig bleibet
Welchs oftmals unversehns wie Heu und Spreu zersteubet
Gott theilte Mir es mit aus seiner Gnadenhand
Der hat es wiederüm auch von Mir abgewande.
Ich bin ein Mensch warüm soll Ich dem Glükke fluchen
Ist doch mein Gott getreu der Mich nicht lest versuchen
Daß Ich was tragen soll in dieser Sündenwelt
Was über meine Macht und Mit unmöglich fällt.
Gott legt uns eine Last zwar auf den matten Rükken
Daß wir gantz Athemloß darunter fast erstikken
Doch trägt Er selber mit und schenkt uns seine Huld
Wenn Er nur an uns merkt die hertzliche Geduld.
Er wil mich dießmal auch ins nützlich’ Ungtük führen
Daß Er mein kindlichs Hertz mög als ein Vater spühren
Wie es geberden wil in solchem harten Stand’
Obs auch zu frieden sey mit seiner Züchtgungshand.
Darüm ist auch mein Glaub’ als Mauerfest gegründet
Daß wie nach grossem Sturm’ ein Sonenschein sich findet
Mir wieder scheinen wird auf dieses Traurig-seyn
Ein Glükk das zwiefach ist und Gottes Gnadenschein.