Es fieng ein Schäfer an zu klagen Wie seines Hertzens treue Gunst Von Karitillen dieser Tagen Gehalten würde fast ümsonst.
Das Thränenwasser von ihm randte Weil Sie ihn nicht vor treu erkante. Er ließ die Schaf' alleine weiden Sagt’:
Mich zwingt von dir mein Damit gieng Er dem Walde zu Sein Hertze sagt’ Daß Er kaum wust' ein Wort zu sprechen.
Mir dünkt diß waren seine Worte So An einem Bach’ am wüsten Ohrte Der ähnlich war der schwartzen Nacht:
Hört zu ihr Büsch’ ihr Wüsteneyen Hört an sprach Fang' ich nur an sie zu besingen Sie die ein Auszug unsrer
So möchte mir das Hertze springen Vor innerlichem Weh und Und daß weil ihr mein treues Flehen So gar nicht wil zu Hertzen gehen.
Ich bin ja nicht wie mancher pfleget Der nur mit bloßen Worten schwehrt Und dessen Hertz nichts wares heget Der nur
Der bloß vermeint aus geilen Sinnen Der Liebsten Hab’ ich der liebsten Nicht das erwiesen jederzeit
Was das Vermögen meinem Willen Vergönnet hat nach Mügligkeit. Sie kan wenn Sie nur selbst wil zeugen Daß ich bin gäntzlich ihr Leibeigen.
Hab’ ich nicht etlichmal erwählet Bey Nacht’ ein naß-betautes Auf welchem ich mich so gequälet Und Sie betracht ohn unterlaß
Da ich doch wol bey meinen Schafen Jm sanften Bette können schlafen. Und dieses müst' ihr ja gestehen Jhr Streüch’ und auch du gantz Revier
Daß Bewegt zum Trauren neben mir. Du Nachtigall kanst einig sagen Von meinen innerlichen
Hab’ ich nicht meinen Leib geritzet Und von daraus mein Blut gebracht Wo mir mein redlichs Hertze sitzet So ihr zu dienen war bedacht.
Wie willig war es gar zu sterben Jhr treues Hertz nur zu erwerben. Dieß und auch noch viel andre Sachen So meine
Setzt Sie bißweilen mit verlachen Und eitlem Mißtrau hinten an. Doch ruff’ ich an euch Himmelslichter Jhr werdet sein mein rechter Richter.
Hab’ ich Sie nicht gleich meinem Hertzen Und noch viel treulicher geliebt So bleiben auf mir Noht und Schmertzen Auch das was mich vor dem betrübt.
Wie oft sagt Daß ich Sie lieb' alleine. (Reine.) Ja wenn ich fünd’ in meinen Sinnen Was ihr möcht angenehme sein
Mein Solt’ ihr ohn allen falschen Schein. Zu treuen Diensten sein ergeben Und solt' es sein mit meinem Leben.
Nuschliesset doch ihr frommen Sey Richter unparteische Welt Ob ich zu nennen sey ein Spötter Wie Sie mich offtmals dafür hält.
Bin ichs so schiessen Hier über meinen Geh hin mit deinem sanften Wehen Du Sachteseusler Westenwind
Geh mach die schönste Nymf verstehen Das allerliebste Hertzenkind. Daß ich Sie lieb' als meine Seele Biß in die schwartze Grabeshöhle.
Sag wil Sie ferner mir nicht trauen So soll Sie dessen sein gewiß Daß ich mich wil der Welt berauben Mit mancher Noht und Hertzverdrieß.
Wil sagen: gute Nacht ihr Wälder Zu tausend guter Nacht ihr Felder. So sang mit bittren heissen Thränen Der treue
Kaum kunt' Er mehr ein Wort erwähnen Als dieß so Er mit Seuftzen lallt: Ach möchte Sie sich doch bedänken Und mich hinfort nicht mehr so kränken.
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