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1621–1681

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Georg Neumark

Hat sich nun dein Rad gedrehet Du o mehr als falsches Glükk? Hat dein Westwind außgewehet Ubest du nun deine Tükk?

bläsestu nun aus dem Norden Und bist meine Feindin worden: Hat sich deine Heucheley Nun verkehrt in Tyranney?

Kurtz saß ich auff deinem Wagen Auf dem Goldgleichgläsern Thron' Ich war von dir ümgetragen Als wer' ich dein liebster Sohn.

Jeder schätzte mich für selig Biß ich Nun von dir allmählich Eh' ichs dacht in meinem Sinn' Hoch herab gestürtzetbin.

Doch es ist ja deine Weise Du bletbst nirgends fest bestehn Fassestu heut' eine Reise Und wilst hin in Oosten gehn

Morgen sieht man dich im Westen. Wenn man meint man steh' am besten und man sey dein liebster Freund So bistu der ärgste Feind.

Polikrat der Samianer Weiß von dir du falsches Glükk und auch der Syrakusaner Dioniß kennt deine Tükk

Bellisar der Römsche Sieger und Sapor der Persche Krieger Seuftzen in so manchem Land' über deinen unbestand.

Wolte Tamerlanes steigen Auf sein königliches Pferd Muste Bazait sich neigen und sich legen auf die Erd'

und so lange bleiben liegen Biß der König aufgestiegen Da Er doch vor kurtzer Zeit War in gleicher Herligkeit.

Hat Orontes nicht erfahren Der berühmt' Armenian und Orbeche zahrt von jahren Was du ihnen hast gethan?

Ach wie hastu Sie gestürtzet und ihr Glükke so verwürtzet! Daß man sast dergleichen That Niemals noch gehöret hat.

Drüm wol dem der dir nicht trauer Dir du wankelhafftes Weib Der nicht auf dein Schmeicheln bauet und vertraut dir seinen Leib.

Wer auff dich sein Glükke setzet Der wird oft von dir verletzet Wer dir glaubt schreibt in den Sand und bepflügt ein Klippenland.

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