Mein bin ich denn darüm zu schmähen Daß mein verliebter Fürstensinn Jhm’ eine schlechte Schäferinn Zur Allerliebsten ausersehen?
Soll denn hiedurch mein hoher Schein Verdunkelt und verloschen sein. Ach nein es ist ja weit gefehlet? Ein tapfrer Sinn und Heldengeist
Sein edles Hertz in dem erweist Daß Er sich nicht üm Hoheit quälet Da offt die Falschheit Trug und List Verzukkert und vergöldet ist.
Ein Tugendliebendes Gemühte Sucht ihm ein Seelchen daß ihm gleicht Das nicht aus seinen Schranken weicht Ob schon es nicht aus dem Geblüte
Welchs mit scheinädlen Titteln prangt Und grosses Ansehn hat erlangt. Ein hoher Sinn ist wol vergnüget Jmfall ihm solch ein liebes Kind
Da Schönheit sich bey Tugend findt Wird von dem Himmel beygefüget Erlanget dieß ein ädler Muht So fragt Er nichts nach Geld und Gut.
Er siehet nicht nach großem Stande Wie ungemenschte Menschen nun Bey diesen bösen Zeiten thun Er achtet es vor keine Schande
Wenn Er ein schlechtes Mägdchen liebt Die ihm ihr keusches Hertze giebt. Ist Er nur sonst von gutem Adel Ich meine nicht den Stamm allein.
Die Sinnen müssen Edel sein Und das Gemühte sonder Tadel Es bleibt sein Adel unbeflekkt Und durch die Lieb’ unangestekkt.
Darüm hinweg ihr junge Frauen Mit Und ihr geschminkte Jungfern ihr Hinweg ihr aufgeblasne Pfauen
Ich frage nichts nach eurem Pracht Der keuschen Sinnen Ekel macht. Mein allerschöneste Bozene Soll meine Hertzgeliebte sein
Jhr angebohrner Schönheits schein Macht Sie allein beliebt und schöne Das auserwählte Tugendlicht Weiß ja von keinem Hochmuht nicht.
Sie ist dem Hoffart ungewogen Sie ist der Wollust spinnenfeind Kein’ Heucheley an ihr erscheint Sie ist bey Schafen auferzogen
Die Uppigkeit und schnöde Lust Ist ihren Sinnen unbewust. Die zierlich aufgesprosne Jugend Der Unschuld schwanenweisses Kleid
Die wunderschöne Freundligkeit Die löblich’ Einfält Zucht und Tugend Die werthe Keuschheit die Sie hat Steht mir an Goldestonnen statt.
Ich weiß daß ich mit stoltzen Freuden Die Zeit mit ihr verbringen kan Ich bin versichert daß kein Mann Mich ihrentwegen wird beneiden
Jhr Armuht ist mein Gold und Geld Und grosses Reichthum in der Welt. Drüm mag mich Der und Der verdänken Daß ich die schlechte Schäferinn
Gefasset hab’ in meinen Sinn Es wird und soll mich gar nicht kränken. Ich sage nochmals dieses frey Daß mir Bozen’ am liebsten sey.
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