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1621–1681

1.

Georg Neumark

Thyrsis gieng in tieffen Sinnen Und bedachte mancherley Biß Reitzender

Ließ sein Seitenspiel ihm bringen Und fieng also an zu singen: Hilff mir nun du mein getreuer Du mein ädler

Und auch du mein Sinnerfreuer Teutschgesinnter Sylvius Die ihr Stükke meines Hertzens Und Mitträger meines Schmertzens.

Die ihr bey den Dort am ädlen Eure tiefgesinnte Sinnen Schärfet sonder Uberdruß

Last uns doch ein Liedchen hören Herren Floridan zu Ehren. Denn hier wil mir nichts von Nichtes wil mir tüchtig gehn

Weil ich muß im finstren Schatten Weit von meinem Pyndus stehn; Ich sitz’ als im dikken Hayne Fast wie wer' ich selbst nicht meine.

Was mich innerlich benaget Was für schwartzer Uberdruß Mein aufrichtigs Hertze plaget Weist-nur-du mein Tytirus.

Aber thu mir diesen Sage nichts von Karitillen. Doch ich setz’ es an die Seiten Was mich nun betrübet macht

Wil auf die Begebenheiten Nur alleine sein bedacht Wie unlängst aus unsrem Orden Floridan sey Breutgam worden.

Manches Jahr ist schon vergangen Mit Hertzsehnlichem Ist gestiegen Daß

Hat erreicht Olympuszinnen. Jener weltbekandten In dem grossen Und den Hürten an dem Rheine

Bleibt sein schöner Geist bekandt Sie empfunden grosse Freuden Nur bey Da wo reichlich sich ergossen

Meines Da wo löblich aufgesprossen Der berühmte Heinsius Da auch wo die

Floridanen man wol kennet. Wenn Er etwan in den Feldern Bey den Hürten in dem Gras der in den krausen

Bey den satten Sang In Vater Foebus deine Treue

Macht daß ich mein Zu verlassen fast nicht scheue; Dein geliebtes Musenband Führet mich zu solchen dingen

So mir nichts als Freude bringen. Weg mit solchem der nur lieget Auf der faulen Schlüngelbank! Wer sich in die Fremde füget

Der verdienet Lob und Dank. (Doch nicht der gleich einem Prasser Sein Vermögen macht zu Wasser.) Viele zwar sind der Gedanken Meinen wenn in gutem Muht'

Ausser ihres Durchgebracht ihr Geld und Gut Daß Sie schon sind klüger worden Es gilt meinen besten Hämmel

Gib nur einem Bauren Geld Der kaum weiß was Disch und Schemmel Wo Ers nicht bringt in die Welt? Laß ihn nur fein prächtig putzen

Er wird eben auch so stutzen. Drüm laß mich von diesem Deinen schnellen Pegasus Setzen über eine Wolke

Da mir niemand schaden muß. Kröhne mich mich deinen Hürten Foebus mit stets grünen Myreen. Solcher massen war gesonnen

Der berühmte Floridan Daß ihm lieber jener Bronnen Der aus Ossens Klippen rann Als

Oder Jdens Endlich sagt' Er diese Worte: Wie? soll ich die Vaterstadt Mein geliebtes Dantzig dorte

Welches mich gebohren hat Gleichsam wie und ankbar fliehen? Nein. Ich wil von hinnen ziehen. Gute Nacht ihr lieben Brüder

Gute Nacht mein' Herde du Gott weis ob wir uns sehn wieder Lebet stets im Fried' und Ruh; ädles Teutschland grüne blühe Leb ohn' alle Kriegesmühe.

Also zog Wünschet' allen gute Zeit So ihn mit betrübten Sinnen Und mit schwerem Hertzeleid'

Als den Redlichen wegliessen Und getreu zu bleiben hiessen. Kaum war Er nach Hause kommen Als Neptun der Mächtige

Diesen Floridan vernommen Aus der grünen Oostensee Als Jhn am

Mit dem dreygespitzten Skekken Schlug er in das blaue Bald von allen Stellten sich rings üm ihn her

Die halbfeuchte Najadinnen Mit den schnellen Triton bring auf deinem Rükken Sprach

Dorthin wo die lange Brükken Pohlenland und Preussen bindt Sag dem Floridan sey hier zu gegen.

Dafnis der ein Schutz der Dafnis der die Zunft ergäntzt Deßen ädles Haupt mit Myrten Löb- und rühmlich ist bekräntzt

Welcher billich wird geheissen Eine Fakkel von den Preussen. Sein wollädler Geist der stehet Da wo Feb' ihr Silber streut

Sein berühmter Nahme gehet Bey den Niederland und Wessen Er sich hat beflissen.

Wie? soll ich mich unterwinden Durch sein schönes Wo sol ich den Worte finden? Kurtz Er ist wie hir zu sehn: ädles Blutes hoher Sinnen

Und ein Freund der Aoninnen. Als nun Dafnis hatt’ erfahren Dafnis dieser schöne Mann Daß von so viel langen Jahren

Wiederkommen Floridan Hat er ihn bald bitten lassen Und gesaget solcher massen: Floridan die reine Sinnen

So ihr teutsch im Hertzen hegt Euer löbliches Beginnen So wir ziemlich wol erwegt Und daß ihr so rein gepfiffen

Hat uns unser So daß ihr nun auff-mögt-schlagen Bey uns wo ihr füglich wohnt Und bey euren Lebens-tagen

Von uns werden abgelohnt Jhr mögt brauchen unsre Und die weyden-reiche Felder. Nur damit die schöne Heerde

So uns hoch vertrauet ist Recht und wol geweidet werde Daß nicht durch des Uns ein Schäfchen werd' entführet

Oder schädlich angerühret. Und damit ihr eure Mühe Besser überzukkern könnt Bin ichspäht so wol als frühe

Euch zu helffen treugesinnt Jhr solt spürenin den Wie so nützlich ich gerahten. Seht da ist die Basilene

Seht geliebter Floridan Basilene diese schöne Wil allzeit von nunmehr an Eure Sorgen helffen mindern

Und die Müh' in etwas lindern. Schauet doch der Augenlichter Schanet doch die Ist auch wol ein scharfer

Der sie besser mahlen kan? Schauet schauet wie sie funkeln Wie Karfunkel' in dem dunkeln. Gleichet sie nicht der Melposen

Einer Göttin? saget mir. Mein betrachtet doch die Rosen und der weissen Jm Gesichte dieser Schönen

Eürer schönen Basilenen. Merket doch auff ihre Sitten Ist auch wol was Urtheilt doch aus ihren Schritten

Kömmt auch was der Geilheit nah? Nein von ihrer zarten Jugend Hat sie nichts als Floridan sah von der seiten

Auff die Basilene nun Und begunt' in sich zu streiten Was er hirauf solte thun? Denn

Seiner Sinnen heisses kämpfen. Haltet still’ ich wil den dingen Also bald ein Floridan reicht mir das Hertz.

Und so hat er über hoffen Recht den Mittel-punct getroffen. Hirauff dankte seinem Rahter Floridan der gute Mann

Ehret' ihn als seinen Vater. Seht sprach er was Denn ich fühle schon die Schmertzen In dem überwundnem Hertzen.

Seid wilkommen meine schöne Sagt er ihr mein Meine schöne Basilene Jhr bleibt nun mein liebster Schatz

und ich bin von diesen Stunden Euch diß in mein Grab verbunden. Darauff eylten Nymf- und Hürten Suchten

Dafnerslaub und grüne Myrten Wie auch frischen Thymian üm die Heupter zu bekröhnen Floridans und Basilenen. Alle suchten schöne

und noch andre glatte Beum’ Einzugraben deren Rinden Diesen glükkwünschenden Reim: Der gewünschte Himmelssegen

Sey bey euch auf allen Wegen.

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