Skip to content
1621–1681

1.

Georg Neumark

Laß Jupiter dein' Augen nieder Seh an mein hochgequältes Hertz Hör Himmel meine Klagelieder Vernim doch meinen Liebesschmertz

Weil ich nicht kan das Hertz erweichen Noch meiner Liebsten Gunst erreichen. Ich bin ein Hürt von jungen Jahren Hab' ein beliebtes Angesicht

Doch wil sie sich mit mir nicht pahren. Sie achtet meiner Trene nicht. Ich lebe noch in grüner Jugend Die gantz durchsternt mit ädler

Auch hab’ ich noch so manche Da man sich reichlich nähren kan So manche schattenreiche Wälder Da ich beliebter

Die Und mit vergnügter Anmuht weiden. Noch dennoch kömmt dieß Gar nichtig vor und hält es schlecht

Ich leb ihr wie ich kan zu willen Ich dien’ ihr als ihr eigner Sie sieht daß all mein Sich nur allein zu ihr muß richten.

Und gleichwol bin ich ihr zuwieder Ich mach’ es auch nur wie ich woll’ Ich sing’ ihr ja die schönsten Ich thu was ein

Jhr Daß sie dieß alles so verkleinet. Wie lange wollet ihr noch sehen Jhr Götter solch’

Wie lange wolt ihr noch gestehen Daß Sie mir mache solches Kupido strafe diese Thaten Jm fall du dir und mir willst rahten.

Dich schätzet sie vor einen Der nichts als Mich wil Mich hochbetrübt verliebten Mann.

Da ich ihr doch mein Hab’ eigenthümlich übergeben. Was hilfft mich doch mein kläglichs Was sag’ ich viel von meiner Brunst?

Weil ich Daß Sie mir zeig' ihr' Hertzensgunst. So mag mein Auf diesen mattenreichen Haiden.

Hab gute Nacht O Leb wol und dänk an meine Treu' Ich sehe daß dein harter Wille Durch meinen Tod vergnüget sey.

Wolan du wirst im kurtzen sehen Was deinetwillen ist geschehen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
1. · Georg Neumark · Poetry Cove