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1697

Auff den einzug tit. Herrn Abraham von Stosch in Groß-Tschirnau

Benjamin Neukirch

Rom ehre den August mit tausend wunder-bogen Pariß erhebe sich durch seinen Ludewig; Wir streiten grosser Stosch mit beyden um den sieg Nachdem du wiederum in Tschirnau eingezogen.

Denn ihre pracht bestund in marmel und porphir Hier aber opffern sich die hertzen selber dir. Ach strahle wie du pflegst auch mit geneigten augen Diß liebes-volle pfand vor deinen füssen an!

Denn endlich bricht der stein wie mürber porcellan Aus büchern kan die zeit die dinte wieder saugen Und wo man vor den ruhm Pompejus ließ erhöh'n Da sieht man heute nichts als trübes wasser stehn;

Was aber pflicht und treu an ihre brüste drücken Und selbst die redlichkeit in harte taffeln prägt Steht feste wenn der sturm Colossen niederlegt Und Pyramiden sich wie kleine pappeln bücken;

Kein wasser keine zeit reißt ihre schrifften ein Weil ihre farben blut die dinte liebe seyn. Schau Herr hier öffnen sich die pforten unsrer seelen Hier liegt der bürger hertz auff dem dein nahme steht

Liß selber wie es itzt vor freuden schwanger geht Weil sich dein sonnen-licht nicht länger will verhölen. Liß wie die kinder sich so wie die eltern freun Weil deine gegenwart nun soll beständig seyn.

Liß endlich auch zuletzt was unsre seuffzer bitten Daß nehmlich alles glück dir zu der seiten stehn Der himmel deinen stamm wie cedern mög erhöhn Und also deine stadt mit honig überschütten;

Denn was ein ieder ihm hier selber wünschen soll Ist dieses kurtze lied: Es gehe Stoschen wohl!

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