Skip to content
1697

An Floretten

Benjamin Neukirch

Dein augen-blitz preiß-würdigste Florette Hat auch mein hertz durch stille glut gerührt. Ich fühle schon die schwere liebes-kette Die deine pracht um meine glieder führt.

Dein wesen hat gesiegt Ich aber bin gefangen Und trage doch verlangen. Nach dem was mich und meine lust bekriegt.

Verzeihe nur du tugend-volle seele Daß sich mein hertz dir so vor augen stellt Und daß ich nicht nach meiner art verhöle Was meine brust sonst gar verborgen hält;

Das leiden ist zu groß Warum ich mich betrübe: Drum reiß durch deine liebe Mir meine last und fessel loß.

Ich weiß es zwar; Du wirst mir widersprechen Und sagen: Ach! es ist nur schatten-spiel. Wer sich die welt mit worten läst bestechen Der fällt wenn er am besten steigen will.

Ach! aber meine pein Ist anders weit beschaffen Als mancher liebes-affen Die voller list und complimente seyn.

Mein liebes-feur besteht nicht in dem munde Die falschheit ist mein ärgster seelen-feind. Ich liebe dich aus meines hertzens grunde Diß ist genug. Bistu nun wieder freund

So solstu eher sehn Das leben mich verdammen Als meine liebes-flammen Vor mattigkeit und ohnmacht untergehn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
An Floretten · Benjamin Neukirch · Poetry Cove